Tag 14

17.08.14
Ich weiß, dass ich jeden Tag damit beginne, zu beschreiben, wie ich wach werde.. Aber so fängt nun mal jeder Tag an! :D Jedenfalls erwachte ich heute schon gegen halb 10, verwunderlich, denn ich war erst um drei im Bett gewesen. Ich schlief also noch mal ein und erwachte... 13 Uhr. Das nenne ich einen gut genutzten Sonntag Morgen!
Mir war kein Essen geliefert worden, da der Bestellzettel mitgenommen worden war, bevor ich ihn hatte ausfüllen können. Dominik gab mir aber sein Essen, das ich gut würzte, damit es wenigstens nach ein bisschen was schmeckte. Gegen halb drei machte ich mich mit meinem Wäschekorb auf zur Waschmaschine um die Ecke... Das klingt etwas komisch, ist aber wahr. Der quasi Tante-Emma-Laden, in dem die Maschine steht, befindet sich bei uns nur die Straße runter. Cernal begleitete mich. Wieder einmal stellte ich fest, was für eine Autorität sie in der Gegend hat. Zwei Hunde, die uns begegneten, bellten erst, liefen ihr dann aber gehorsam hinterher.
Ich kaufte noch Pulver und Weichspüler, die Besitzerin des Laden zeigte mir, wie man die Maschine bediente. Mit leerem Korb schlenderte ich zurück. Die Sonne schien endlich wieder, und der Geruch des Maisfeldes vor unserem Haus erinnerte mich an zu Hause. Wenn hier auch alles anders sein sollte als in Deutschland, der Geruch von Mais in der Mittagssonne ist der gleiche.

Während der einen Stunde Wartezeit spitzte ich Stifte und begann mit der Planung für die nächste Woche. Für die ersten Stunden morgen schrieb ich mir einen groben Ablauf auf, aber da es sich hier wieder um die erste Stunde in einer neuen Klasse handelt, musste ich mir nicht viel dazu ausdenken. Dann viel mir ein, dass mein Papa und meine Großeltern heute mit mir Skypen wollten. Schnell packte ich meine Sachen und sagte den anderen Bescheid. Dummer Weise wollten sie zum Sonntagsmarkt vor dem Tesco. Wie gestern konnte ich auch dieses Mal nicht mitgehen.
Mit dem Rad fuhr ich zum Cafe. Ich bin dort nun schon Stammkundin, zumal ich meistens... wobei, eigentlich immer die einzige Kundin bin. Die Besitzerin weiß inzwischen schon, dass ich mir jedes Mal einen Lemon Tea bestelle, der die Lippen rot färbt. Gute Musik läuft auch immer.
Das Skypen mit meinen Großeltern funktionierte gut, zum Ende hin schaltete sich noch meine Mutter dazu. Mal sehen, wann meine Eltern mich hier besuchen kommen können. Es wäre super, wenn sie zu meiner Ferienzeit herkommen würden, denn dann könnten wir zusammen durch das ganze Land reisen. Diese Zeit ist jedoch die heißeste des Jahres, weswegen die Kinder auch Schulferien haben. Deswegen sind Mama und Papa sich noch nicht sicher.
Omi war ganz begeistert von ihrer neuen Technik, sie hat sich extra einen neuen Laptop gekauft, um mit mir Skypen zu können. Ich bin auch sehr froh, dass das gut klappt.

Als ich um sieben nach Hause kam, waren unsere anderen Mitbewohner immer noch nicht von ihren Trips in die Großstädte zurückgekehrt. Da ich wieder kein Essen hatte, machte ich mir Toastbrote und plante dann noch die zweite Unterrichtsstunde morgen. Nun sitze ich mit den anderen draußen und werde sie in der nächsten Runde Mau Mau ordentlich platt machen .

Naja, ich war eher mäßig erfolgreich...

18.8.14 13:51, kommentieren

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Tag 13

16.08.14

Ich gönnte mir Schlaf bis 11 und begann dann, mein Zimmer aufzuräumen und zu putzen. Nach dem Mittagessen gingen die anderen vier an einen See hier in der Nähe, ich war allerdings zum Skypen verabredet und konnte sie deswegen nicht begleiten. Das war aber auch kein großer Verlust, es war sowieso kein Badewetter aus meiner Sicht. Ich fuhr erst noch einmal zum Tesco, um Schulsachen einzukaufen und Geld abzuheben. Im Cafe war es angenehm warm.
Als ich gegen halb sieben nach Hause kam, waren die anderen immer noch nicht zurück. Sie kamen kurze Zeit darauf, während ich schon aß und setzten sich zu mir. Allerdings waren sie nicht vom Baden nass, sondern vom Regen. Abends setzten wir uns zu den Jungen ins Zimmer, hörten Musik, machten Fotos und spielten Karten. Dominik hat auf seinem I-Pad ein Programm, mit dem man Trailer mit seinen eigenen Bildern erstellen kann. Mit den Fotos des Abends kreierte er einen neuen epischen Kurzfilm, eine sehr lustige Sache.

Danach machten wir uns auf in den Club, der aber heute Nacht recht leer bleiben sollte. Wir lernten trotzdem nette Thais kennen, mit denen wir uns nach der Schließzeit weiter unterhielten. Sie dachten natürlich wieder, dass jeweils ein Mädchen und ein Junge zusammen sind.
Auch hier konnten nur wenige Englisch, es machte aber total Spaß, trotzdem zu kommunizieren. Wir lernten zum Beispiel, dass chum „zu Hause“ heißt und ban „Haus“ und sip mong „11 Uhr morgens“. Nach einer Weile luden uns einige zum Karaoke ein. Allerdings gab es ein kleines Missverständnis, drei von uns fünf wurden zum nahegelegenen „seven-eleven“ gefahren, während man mich und Dominik auf Mopeds zu einer Karaoke Bar brachte. Diese hatte allerdings bereits geschlossen. Unsere neuen Freunde hatten außerdem kein Geld mehr. Also brachten sie uns wieder nach Hause, Dome holte Geld und wir fuhren wieder zurück.
Einer unserer vier Begleiter sprach zu meiner Erleichterung gutes Englisch, er studiert in Singapur. Endlich konnte ich mich normal mit jemandem unterhalten, ohne komplexere Vokabeln vermeiden zu müssen oder langsam zu sprechen. Das war eine sehr nette und willkommene Abwechslung. Seinen Namen habe ich natürlich trotzdem vergessen.

Ich bin mir nicht sicher, wie es auf die anderen Thais gewirkt hat, dass ich als einzige Frau mit vier Männern zum Karaoke gegangen bin, aber ganz wohl fühlte ich mich ehrlich gesagt nicht. Ich blieb immer in Dominiks Nähe. Nicht, dass mir die Thais unsympathisch gewesen wären oder ich ihnen etwas unterstellen würde. Aber es kann doch sehr schnell anstößlich wirken, wenn eine Frau ohne einen „Boyfriend“ etwas mit mehreren Männern unternimmt. In Deutschland ist das natürlich nicht schlimm, da wäre das kein Problem gewesen, zumindest für mich. Aber in Thailand ist das halt anders. Deswegen wollte ich das Bild aufrechterhalten, dass ich nicht ohne Begleitung, sprich Dominik unterwegs war. Es war eine etwas komische Situation.
Wir wechselten einmal noch den Raum. Glücklicher Weise gab es in der Maschine auch Englische Lieder, sodass wir „Party Rock Anthem“ oder „Halo“ singen konnten. Unsere Thai-Freunde sangen mit viel Seele ihre Lieblingsschnulzen. Selbst einer von ihnen, der größte und breiteste Thai, den ich bisher gesehen habe, sang mit hoher Stimme butterweich thailändische Liebeslieder. Ich fand das total faszinierend, wieder mal hatte ich einen neuen Teil dieser Kultur kennengelernt.

Es war den drein sehr peinlich, dass sie kein Geld mehr hatten und ihre Gäste für die Bar zahlen mussten, dabei war es noch nicht mal teuer. Dafür fuhren sie uns aber wieder nach Hause. Mal schauen, ob wir sie noch einmal treffen, sie sind hier nur im Urlaub und gehen dann wieder zurück nach Singapur. Zu Hause hatten es die drei andern geschafft, eines der abgeschlossenen Zimmer mit einer Kreditkarte zu öffnen. Es war jedoch nur das Zimmer von unseren zwei Jungs, die übers Wochenende in die anderen Städte gefahren sind. Ich ging einfach schlafen und ließ sie machen.

17.8.14 14:02, kommentieren